Die iMen

Die iMen

mit ipod-stöpseln in den ohren und zombieblick in den augen sitzen in überfüllten ubahnen die imen

sie mp3downloaden musicfiles von istores auf ipods, schalten an, um abzuschalten, drehen auf, um abzublenden: die welt da draußen

sie berieseln sich in der dauerschleife von playlists mit playmist billiger popstars

sogenannte top-stars, nach denen morgen kein hahn mehr kräht, wenn multimediacontrol germanys next top hundred charts postet und die poleposition germanys next volltrottel hält

aber den user stört’s nicht, er hört’s nicht, wenn man ihn drauf anspricht, er ist schon gestorben, weil er seinen herzschlag nicht spürt

weil der beat seiner tracks einfach harder, faster und scooter schlägt als das leben selbst er hat seine identität verloren und ist zur i-dentität verkommen und lauscht konzentriert für 3minuten30

and then: the next song begins, 3minuten30, das ist der taktschlag in der welt der imen

ein gutes gespräch dauert viel länger, ein guter liebesakt auch, aber gut war gestern, heute ist alles komprimiert

es deprimiert, die eigenen buchseiten nicht rascheln zu hören, weil die musikneben-geräusche des nebenmanns lauter sind als der eigene atem

soll man etwas sagen, ach hört doch keiner versteht doch keiner in der welt hinter den ohr-stöpselschutzschirmen

(…)

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