Die Zukunft mit facebook

Die Zukunft mit facebook

Neulich habe ich an einer Umfrage über Staubsauger teilgenommen. Fragen Sie jetzt nicht, warum ein erfolgreicher Künstler wie ich an Umfragen über Staubsauger mitwirkt. Es gibt Dinge die sind einfach nicht zu erklären. Genauso gut könnte man fragen, warum ich überhaupt noch selbst auf Bühnen stehe, anstatt zu Hause zu sitzen und die Tantiemen von meinem Onlinekonto abzubuchen, die andere einzahlen, um meine Texte rezitieren zu dürfen.

Egal. Im Rahmen dieser umfangreichen Staub-saugerumfrage, die gut und gerne 20 Minuten meiner kostbaren Zeit in Anspruch nahm (die ich an diesem Tag einsparte, indem ich Fanpost nicht persönlich beantwortete, sondern immer noch frohen Mutes bin, dass die Menschen, die immer den Papiermüll abholen, dies für mich übernommen haben), kam mir folgende Frage unter:

„Wie wichtig ist Ihnen bei Ihrem nächsten Staubsaugerkauf, dass das Gerät folgende Eigenschaft besitzt: ,Ein interaktives Display, das mit einer Computersoftware verbunden wird und mir viele interessante und spannende Reinigungsstatistiken anzeigt, sowie mit meinem facebook-Profil verbunden werden kann, um meine eigenen Reinigungsmuster nachverfolgen und teilen zu können.“*

Ich konnte aus folgenden Antworten wählen: „Sehr wichtig“, „wichtig“, „wäre schön, muss aber nicht sein“, „weniger wichtig“, „überhaupt nicht wichtig“ und „weiß nicht“. Leider fehlte der Button um anzuklicken, was ich gerne angeklickt hätte, wenn – ja wenn – eben jener Button vorhanden gewesen wäre: „Welche hirnverbrannte Marketingkoksnase hat sich denn diesen Bullshit ausgedacht?“ Also klickte ich auf „überhaupt nicht wichtig“, damit niemand auf die Idee kommt so etwas auf den Markt zu bringen. Womöglich wären dann eines Tages alle Staubsauger mit solchen Chips ausgestattet und die posten dann auf mein facebook-Profil: „Michael Jakob hat soeben mit mir gesaugt – ganze 3 Minuten“, „Seit 3 Monaten gefangen in der Abstellkammer des Schreckens – Ich bin ein Staubsauger holt mich hier raus!“ oder wenn das dann echt noch ausgewertet wird: „Michael Jakob saugt im Schnitt halb so lange wie andere Männer“ oder „halb so gut“ oder „dreimal so selten“.

Man gerät bei so etwas ja schnell unter Erfolgsdruck. (…)

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